Das Badezimmer ist das neue Wohnzimmer

In älteren Häusern finden sich kaum mehrere Badezimmer wider. Auch wenn es sich um ein 5, 6 oder 7 Zimmer Haus handelt, kann es durchaus passieren, dass der Bauherr ein Badezimmer für durchaus ausreichend hielt. Vor ein paar Jahrzehnten waren Häuser noch in vielen kleineren Einheiten aufgeteilt. Die Küche war des Zentrum der Familie und des Hauses. Ein Bad zur Erledigung der täglichen hygienischen Notwendigkeiten genutzt. Der Begriff Wellness nicht existent.

Wer sich heute eine Neubauwohnung oder ein Haus ansieht, wird meist aus dem Staunen nicht mehr herauskommen wenn die Besichtigung des Bades ansteht. Oftmals handelt es sich nicht mehr um ein Bad, sondern mehr um Wellnessoasen, in denen man verweilt und sich gerne aufhält. Hochwertigste Materialen und Hölzer werden für Böden und Wände verwendet. Fliesen mit aufwendigsten Strukturierungen und Musterungen bearbeitet. Die klassische Badewanne ist schon längst dem Whirlpool gewichen. Die Größe ist in keinster Weise mehr mit Bädern aus älteren Häusern zu vergleichen. Nicht selten haben die Badezimmer die Größe eines Wohnzimmers. Selbstredend findet sich mindestens ein Fenster wider. Kein Bauunternehmen würde heute noch ohne Fenster planen.

Nichtsdestotrotz stellt sich auch in diesen Designbadezimmern die Frage nach Intimität und Privatsphäre. Auch innerhalb der innigsten Familie werden die Einzelnen gerne unbeobachtet sein, wenn das Bad gerade von mehreren gleichzeitig besucht wird. Der eine putzt Zähne, der nächste duscht. Das schafft Nähe, aber auch Probleme. Die Abgrenzungen müssen selbst geschaffen werden. Der Duschvorhang schützt vor neugierigen Blicken und lässt sich einfach in ein durchdachtes Bad integrieren. In seinem privaten Badezimmer ist der Wohlfühlcharakter unbezahlbar. Die persönliche Note gibt allem erst Leben und Wärme. Selbst wenn die Kinder einen Duschvorhang auswählen und somit das Geschmacksempfinden der Eltern auf eine harte Probe gestellt wird: das Leben findet in keinem Schöner Wohnen Katalog statt. Dazu gehört, dass perfekte Häuser und Bäder erst mit der persönlichen Note der Menschen, die darin leben, attraktiv und lebenswert werden.